Sieben Flugplätze, ein Falke: Kevin Vorat besteht die LAPL(A)-Prüfung

Manche Flugbücher lesen sich wie mit dem Lineal gezogen: Kevin Vorat hat heute die praktische Prüfung zur LAPL(A) bestanden, geflogen auf unserem Motorsegler, dem 100 PS starken Falken SF25 – dem einzigen Muster, das er bisher selbst geflogen hat. 🎉

Kevin ist seit dem 1. September 2024 bei uns. Sechs Tage später hob er zum ersten Mal ab, mit Fluglehrer Thomas Hinss. Heute, einen Tag vor dem zweiten Jahrestag dieses ersten Flugs, ist er fertig.

Aus einem Platz wurden sieben

Gut vier Monate lang stand nur Grefrath im Buch – im Januar 2025 kam Dinslaken dazu. Der große Tag war dann der 23. Juli 2025: Kevins erster Alleinflug.

Vorher war bei jedem Start ein Fluglehrer an Bord. Und bevor ein Flugschüler zum ersten Mal allein starten darf, fliegt ein zweiter Lehrer eine Runde mit und schaut sich das an, damit die Freigabe nicht an der Meinung eines Einzelnen hängt.

An dem Nachmittag war ich dieser Zweite: erst 34 Minuten mit Thomas Hinss, dann zwei Platzrunden mit mir. Danach bin ich ausgestiegen und am Rand stehen geblieben. Kevin ist allein gestartet und allein wieder gelandet.

Danach wurde die Karte größer: im August 2025 Aachen-Merzbrück, ein paar Tage darauf vier eigene Landungen in Dinslaken – Solo heißt eben nicht automatisch „Platzrunde“. Im November kam Weeze dazu.

Dann kam das „Winterloch“, über fünf Monate stand das Flugbuch still. Ende April 2026 ging es wieder los: noch einmal Weeze, dazu Marl-Loemühle, Stadtlohn-Vreden und Kamp-Lintfort.

Die Prüfungsstrecke kannte er schon

Am 10. Juli kam der Teil der Ausbildung, bei dem es nicht mehr ums Landen geht, sondern ums Planen: der Alleinflug über Land. Ohne den gibt es die Lizenz nicht. Kevin flog ohne Fluglehrer nach Dinslaken und wieder zurück.

Am nächsten Vormittag um halb elf ging es weiter bis Stadtlohn-Vreden, gut anderthalb Stunden in der Luft. Auf einem fremden Platz versteht sich nämlich nichts von selbst: Wetter und Strecke vorher durchrechnen, unterwegs Funk und Luftraumgrenzen im Blick behalten, und am Ende auf einer Bahn landen, die man noch nie gesehen hat.

Heute ging es mit dem Prüfer dieselbe Strecke. Hochdruck, 20 Grad, Piste 07 in Betrieb, Wind aus Südost um 15 km/h – ein Tag, an dem nur das Fliegen zählt.

Nach der dritten Landung stand er wieder auf dem Vorfeld – diesmal mit bestandener Prüfung.

Zwei Jahre, ein Muster, sieben Plätze: Kevin Vorat nach der bestandenen LAPL(A)-Prüfung in Grefrath.
Zwei Jahre, ein Muster, sieben Plätze: Kevin Vorat nach der bestandenen LAPL(A)-Prüfung in Grefrath.

Glückwunsch zur ersten Lizenz. 👍


Ohne Segelflug davor: Wie geht die LAPL(A) auf dem Motorsegler?

Zuletzt ging es hier zweimal um Segelflieger, die ihren Schein um TMG erweitert haben, und im August um Marcos Prüfung. Kevins Weg ist ein dritter – keine Lizenz vorher, keine Panne dazwischen.

Beim Segelflugschein hängen die TMG-Rechte am SPL und werden getrennt erflogen. Die LAPL(A) kennt das nicht: Sie gilt für das, worauf geprüft wurde. Für Kevin war der Falke deshalb keine Ergänzung, sondern das Schulflugzeug. Auf dem Weg dahin liegen die üblichen Stationen einer Motorflugausbildung:

  • die theoretische Prüfung, die nicht im Verein stattfindet, sondern bei der Bezirksregierung Düsseldorf, dazu getrennt das Sprechfunkzeugnis
  • der Teil mit Fluglehrer, bis Platzrunde, Verfahren und Notfälle sitzen, danach die ersten Runden ohne ihn
  • ein Flug über Land allein und mit Landung auswärts, zum Schluss der Prüfungsflug, zu dem auch mündliche Fragen gehören

Und was darf Kevin damit? Zunächst das, was er gelernt hat: den Motorsegler. Wer später eine einmotorige Maschine fliegen will, schult um und legt noch einmal eine praktische Prüfung ab. Der Schein bleibt derselbe – die Rechte kommen dazu.


34 von 40 Flügen mit demselben Mann

Sechs Flüge gingen an andere – drei an Michael Müllers, einen an mich, die beiden von heute an den Prüfer. Alles Übrige flog Kevin mit Thomas Hinss.

Zwei Jahre fast immer derselbe Lehrer, immer dasselbe Flugzeug, immer derselbe Heimatplatz. Das klingt nach „immer dasselbe“, und genau darin liegt der Wert: Wer so ausgebildet wird, fängt jedes Mal dort an, wo er aufgehört hat.

Macht 30 Flugtage, 52 Flüge und knapp 36 Stunden im Bordbuch – die Ausbildungszeit eingerechnet. Der letzte Schulflug lag fünf Tage vor der Prüfung. Sobald die Lizenz ausgestellt ist, entscheidet Kevin selbst, wohin er fliegt.


Im September sieht man bei uns am meisten

Die große Hitze ist durch, die Luft wird klarer – und an guten Tagen läuft der Betrieb bis in den Abend. Wer jetzt vorbeikommt, steht niemandem im Weg.

Kevin hat vor zwei Jahren ohne Lizenz angefangen. Welche Wege es bei uns gibt, vom Segelflug über den Motorsegler bis zum Motorflug, steht auf der Seite Fliegen lernen.

👉 Sagt uns über das Kontaktformular kurz Bescheid, dann steht am Platz jemand für Euch bereit.

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