Geschafft: Damian Waerder erweitert seinen SPL auf TMG

Heute war ein richtig guter Prüfungstag bei uns am Platz: Ich bin mit Damian Waerder die Erweiterung seines Segelflugscheins auf TMG geflogen – bei Wetter, das uns nichts geschenkt hat.

Damian ist seit 2015 bei uns und bringt einiges mit: rund 285 Segelflüge und gut 70 Stunden stehen in seinem Buch, der längste Flug ging über zweieinhalb Stunden. Wer so eine Grundlage hat, tut sich im Motorsegler leichter.

„Da macht er keinem was vor“

Vor dem Fliegen stand die Theorie. Damian musste sich mündlich in fünf Fächern prüfen lassen: Grundlagen des Fliegens, Betriebsverfahren, Flugleistung und Flugplanung, Allgemeine Luftfahrzeugkunde und Navigation. Den Nachweis habe ich anschließend auf dem Formular für die Bezirksregierung bestätigt.

Dann ging es zum Flieger: Vorflugkontrolle, Ölstand, alles der Reihe nach. Dass Damian gelernter Fluggerätmechaniker ist, sah ich sofort. Er ist bei uns außerdem Werkstattleiter. Punkte gesammelt, bevor sich der Propeller überhaupt gedreht hatte.

Daumen hoch nach 82 Minuten Prüfungsflug: Damian Waerder hat die Erweiterung seines Segelflugscheins auf TMG bestanden – hier an unserem SF25 Heubacher Falke D-KYNT.
Daumen hoch nach 82 Minuten Prüfungsflug: Damian Waerder hat die Erweiterung seines Segelflugscheins auf TMG bestanden – hier an unserem SF25 Heubacher Falke D-KYNT.

Wie läuft so ein Prüfungsflug ab?

Los ging es mit einer Platzrunde. Mitten drin habe ich ihm einen simulierten Motorausfall gegeben – souverän auf der 25 gelandet, Touch and Go, weiter.

Danach hoch nach Weeze. Der Niederrhein Airport hatte die 27 in Betrieb; über Sierra ging es in die Kontrollzone, Direktanflug, freigegeben hinter einer startenden Ryanair. Kurz vor der Bahn kam mein Kommando zum Durchstarten – auch das muss sitzen.

Das Wetter machte es uns nicht leichter: bedeckt, die Untergrenze anfangs um 2.500 ft, dazu Regenschauer. Vor allem aber der Wind – böig aus 220 Grad mit rund 28 km/h.

Nach dem Ausflug über November kam der zweite Teil: Steilkurven, verschiedene Geschwindigkeiten, Strömungsabriss. Und der Motor musste in der Luft nach Checkliste aus – ein TMG ist eben auch ein Segelflugzeug. Wieder anlassen gehört dazu.

Es folgten eine Notlandeübung auf einem Feld, ein Touch and Go auf der kurzen Bahn in Kamp-Lintfort und ein eingeleiteter Ausweichflug nach Krefeld. Zum Schluss noch einen Schauer umflogen und aus 2.000 ft über Grefrath die Ziellandung.

Nebenbei lief die ganze Zeit der Flugdurchführungsplan mit: Zeiten mitschreiben, navigieren, entscheiden, alles mit der Karte. Höhe gehalten, Lufträume beachtet, Funk sauber. Drei Flüge, zusammen 82 Minuten.

Eine wirklich fundierte Prüfung. Da fällt es mir als Prüfer leicht, zur bestandenen Erweiterung zu gratulieren.

Damian, richtig stark – sauber abgeliefert. 👍


Was heißt „SPL mit TMG“ eigentlich?

Damians Schein kommt aus dem „reinen“ Segelflug. Die TMG-Rechte werden deshalb getrennt erflogen. Das ist kein „Class Rating“ wie im Part-FCL, sondern läuft im Part-SFCL über Ausbildung und einen Skill Test mit Prüfer.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Damians Sommer: Am 21. Juni saß er zum ersten Mal in unserem Falken, am 18. Juli drehte er drei Platzrunden allein, am 23. August flog er solo nach Stadtlohn-Vreden und zurück, gut anderthalb Stunden über Land.

Bis zur Prüfung standen 25 Flüge und knapp elf Stunden auf dem Muster im Buch: 17 mit Fluglehrer, acht allein. Gut zwei Monate von der ersten Einweisung bis zum Skill Test.

Und danach? Recency

Damit die TMG-Rechte auch genutzt werden dürfen, verlangt Part-SFCL eine laufende Erfahrung. Das ist kein „Rating mit Ablaufdatum“ – wer die Voraussetzungen gerade nicht erfüllt, darf die Rechte bis zur Auffrischung schlicht nicht ausüben.

(Die genaue Formulierung steht in Part-SFCL unter den Recency-Regeln für SPL.)


Und wer hat ihn dahin gebracht?

Geschult hat ihn unser Fluglehrer Thomas Hinss. 14 der 17 Ausbildungsflüge ist Damian mit ihm geflogen.

Thomas war früher Flugkapitän bei der LTU und gibt seine Erfahrung bei uns seit Jahrzehnten weiter. Vor 42 Jahren hat er mich selbst als 15-Jährigen im Segelflug an die Hand genommen. Der Kreis schließt sich also.

Genau so lebt Ausbildung im Verein: gemeinsam, abgestimmt und mit viel Erfahrung im Hintergrund.

Und wie geht es weiter? Naheliegend wäre jetzt der LAPL(A) oder der PPL(A) – beides ist bei uns möglich.

Herzlichen Glückwunsch, Damian! 🎉


Lust bekommen? Bei uns ist Saison.

An jedem flugtauglichen Wochenende ist bei uns Betrieb am Platz. Wer wissen will, wie so ein Tag abläuft, stellt sich einfach dazu: Winde, Startaufstellung, Funk. Von außen sieht das komplizierter aus, als es ist.

Damians Weg ist dabei ein ganz gewöhnlicher: erst der Segelflug, dann irgendwann der Wunsch, auch bei ruhiger Luft loszukommen. Beides gibt es bei uns unter einem Dach – man muss dafür den Verein nicht wechseln.

Und man muss auch nicht mit dem Segelflug anfangen. Was bei uns sonst noch geht, steht auf der Seite Fliegen lernen.

👉 Neugierig geworden? Schreibt uns über das Kontaktformular, dann machen wir einen Termin am Platz aus.

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