Gestern war ein richtig schöner Nachmittag bei uns am Platz: Emilie Meertz (24) hat ihren ersten Alleinflug im Motorsegler auf unserem SF 25 C „Heubacher Falke“ gemacht.
Emilie ist bei uns keine Neue – im Gegenteil. Sie ist seit dem 15. Juni 2012 Mitglied, damals gerade zehn Jahre alt, und saß mit 14 zum ersten Mal allein im Segelflugzeug. Gestern lagen also rund zehn Jahre zwischen ihrem ersten Alleinflug im Segler und dem ersten im Motorsegler.
Aus dem Segelflug bringt sie eine solide Basis mit: Ihre SPL nach Part-SFCL hat sie seit dem 29. Oktober 2021, samt Berechtigung für Windenstart und F-Schlepp. Jetzt erweitert sie diesen Schein um die TMG-Rechte.
Fliegen ist bei Emilie übrigens nicht nur Hobby: Sie arbeitet hauptberuflich als Fluggerätmechanikerin und war zuvor als Flugbegleiterin unterwegs. Werktags schraubt sie also an Flugzeugen – und am Wochenende dreht sie ihre eigenen Runden.
Zwei Fluglehrer schauen drauf – dann gehört der Falke ihr allein
Vor dem Solo sehen bei uns bewusst zwei Leute hin: Zuerst ging Emilie mit Fluglehrer Felix Hupperten hoch, danach noch einmal mit Fluglehrer Sebastian Walter – zusammen drei Landungen zur Kontrolle.
Um 15:43 Uhr rollte sie dann ohne Begleitung los. Es folgten zwei Starts mit insgesamt drei sauberen Alleinrunden und 25 Minuten Flugzeit. Der Himmel war dabei durchgehend bedeckt – kein „Bilderbuch“-Wetter, aber ruhige Luft und gute Sicht.
Dass das so ruhig lief, kommt nicht von ungefähr: Auf dem Falken standen vorher 7 Schulungsflüge, 31 Landungen und knapp 6 Flugstunden – zuletzt am 13. August eine lange Platzrunden-Session mit 9 Landungen am Stück. Emilie ist das Muster also gründlich geflogen, bevor sie allein raus ist. 👍

Als Nächstes geht es für sie noch ein wenig über Land, bevor dann der Skill Test ansteht.
Herzlichen Glückwunsch, Emilie – das war stark geflogen!
SPL um TMG erweitern – wie läuft das nach Part-SFCL?
Weil Emilies SPL aus dem „reinen“ Segelflug kommt, werden die TMG-Privilegien separat erflogen. Das ist kein „Class Rating“ wie im Part-FCL, sondern läuft im Part-SFCL über Ausbildung und Skill Test – und danach über Recency, damit die Rechte auch ausgeübt werden dürfen.
Zur Ausbildung auf dem TMG gehören typischerweise:
- Einweisung in Betrieb und Verfahren des Musters – Start, Landung, Motormanagement, Notverfahren
- ausreichend Landetraining und sichere Platzrunden
- ein Überland-Teil, damit es nicht beim „Runden drehen“ bleibt
Der Solo-Überlandflug mit Landung auf einem anderen Platz ist dabei der Punkt, an dem aus der Platzrunde wirklich Reisefliegen wird: planen, navigieren, entscheiden – und sauber landen. Danach folgt der Skill Test mit Prüfer, und die TMG-Privilegien können zum SPL eingetragen werden.
Wie männlich ist der Segelflug heute noch?
Emilie war mit dieser Frage schon einmal im Fernsehen: Studio 47 hat sie und Anna-Lena Kirchner für den Beitrag „Frauen in Männerberufen: Segelfliegerinnen“ am Platz begleitet – damals mit der Feststellung, Fliegen sei noch immer eine Männerdomäne.
Bei unseren Erwachsenen stimmt das leider weiterhin: Von 89 aktiven Mitgliedern sind 3 Frauen. Bei unserer Jugend sieht es dagegen ganz anders aus – dort sind 8 von 31 weiblich, also gut ein Viertel.
Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der letzten Jahre – und es heißt für alle, die mit dem Gedanken spielen: Wer heute bei uns anfängt, ist längst nicht mehr die Ausnahme.
Lust bekommen? Kommt vorbei, die Saison läuft!
Bei uns ist gerade Hochbetrieb – an guten Tagen läuft der Flugbetrieb von morgens bis zum Sonnenuntergang, und genau jetzt könnt Ihr Euch das in Ruhe ansehen.
Wenn Ihr wissen wollt, wie sich lautloses Fliegen anfühlt (und warum Segelflieger dabei so breit grinsen): Kommt einfach an einem Flugtag vorbei. Wir zeigen Euch die Flugzeuge, den Platz und erklären Euch ganz entspannt, wie die Ausbildung bei uns abläuft.
👉 Interesse? Meldet Euch über unser Kontaktformular – dann finden wir einen Termin am Platz.
Wir freuen uns auf Euch!
