Für Grefrath steht ein Motorflugzeug bereit

Anfang 1957 stand schon eine Bücker Jungmann bereit – nur der Flugplatz noch nicht. Die Rheinische Post bremste die Vorfreude: Der Kreistag hatte zwar grundsätzlich Ja gesagt, aber noch nichts beschlossen. Die Planierarbeiten sollte eine englische Einheit übernehmen.

Rheinische Post

Zeitungsausschnitt: Für Grefrath steht ein Motorflugzeug bereit
Rheinische Post vom 6. Februar 1957: „Für Grefrath steht ein Motorflugzeug bereit“.

Für Grefrath steht ein Motorflugzeug bereit

Interessante Mitteilungen in einer Süchtelner Fliegerversammlung

KEMPEN. In einer Versammlung der Süchtelner Luftsportler wurde in diesen Tagen erklärt, das Flugplatzgelände in der Nähe von Grefrath sei vom Kreis endgültig angekauft worden und es solle nun baldigst zu einem geeigneten Flugplatz hergerichtet werden. Diese Nachricht, die in den Kreisen der Grenzland-Luftsportler sicherlich einige Freude ausgelöst haben wird, eilt den Tatsachen leider voraus, denn noch hat der Kreistag, nach seinem grundsätzlichen Ja keinen weiteren Beschluß gefaßt, der inzwischen vielleicht abgeschlossene notarielle Verhandlungen bestätigt. Fest steht lediglich, daß sich die Kreisverwaltung im Auftrage des Kreistages um den Ankauf des erforderlichen Geländes bemüht.

In der Versammlung wurde weiter mitgeteilt, daß eine in Willich stationierte englische Einheit sich dazu bereit erklärt habe, die erforderlichen Planierungsarbeiten im Rahmen eines Manövers vorzunehmen. Den eigentlichen Ausbau des Flugplatzes will die Luftsportvereinigung Grenzland selbst übernehmen. Zu den entstehenden Kosten soll das zuständige Dezernat der Landesregierung Bei[hilfen] zugesagt haben. Auf dem Gelände ist unter anderem der Bau einer Halle zur Unterbringung der Flugmaschinen vorgesehen. Für den Schulbetrieb auf dem neuen Grefrather Flugplatz hat ein Mitglied der Luftsportvereinigung Grenzland inzwischen bereits ein Motorflugzeug vom Typ Bücker-Jungmann angeschafft. Diese Maschine soll auch den Schleppbetrieb für die Segelflieger übernehmen. Die Süchtelner Flieger sind zur Zeit in Schwierigkeiten geraten, weil ihnen ihre Werft aufgekündigt worden ist.

Man darf gespannt sein, wie sich die Dinge in Grefrath nun entwickeln und ob in diesem Jahr bereits mit dem Ausbau des Geländes begonnen werden kann.


Was daraus geworden ist

Der letzte Absatz liest sich heute wie eine offene Frage, auf die wir die Antwort kennen: Ja, es wurde gebaut. Die Halle steht, das Gelände ist unser Flugplatz Grefrath-Niershorst geworden, und der Schleppbetrieb für die Segelflieger, den 1957 eine Bücker Jungmann übernehmen sollte, gehört bis heute zum Alltag am Platz. Bemerkenswert ist der nüchterne Ton: Die Zeitung stellte richtig, dass der Kreistag noch gar nichts beschlossen hatte – die Begeisterung war den Tatsachen vorausgeeilt.

Aus den Vereinen von damals ist der LSV Grenzland e. V. geworden, und auf dem Niershorst wird bis heute geflogen. Wer selbst einmal starten möchte, kann bei uns Fliegen lernen – meldet Euch einfach bei uns am Platz.

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