Der erste Start auf unserem Platz: Am Sonntagmorgen um sieben stand ein freiwilliger Arbeitsdienst auf der Wiese, beseitigte einen Baumstumpf und fuhr Kies heran. Gegen zwölf hob der Doppelraab D 5328 ab. Der Platz war da noch im Bau.
Rheinische Post

Erster Flugtag im „Niershorst“
Testflüge erkundeten die Flugbedingungen – Freiwilliger Arbeitsdienst
GREFRATH. Herrlicher Sonnenschein und die notwendigen Aufwinde begünstigten den ersten Versuchsstart der Segelflieger der Luftsportvereinigung „Grenzland“ auf dem neuen, sich noch im Ausbau befindenden Grefrather Luftsportgelände „Niershorst“. Dank großzügiger Unterstützung weitsichtiger Stellen konnte nach langen Vorbereitungen der langersehnte erste Flugtag steigen. Mit diesen „Testflügen“ wollte man zunächst einmal die Flugbedingungen usw. erkunden, um hiernach die weitere Arbeit zu gestalten. Am Samstag hatte im Auftrage des Ministers für Verkehr Luftsportsachverständiger und Flugzeugbauer Ahrens das Flugfeld abgenommen! Seit Sonntag, 7 Uhr morgens, arbeitete ein freiwilliger Arbeitsdienst der Flieger an den letzten Vorbereitungen. So mußte noch ein Baumstumpf beseitigt werden, und etliche Fuhren Kies waren notwendig. Gegen 12 Uhr startete Hauptflugleiter und Ausbildungsleiter Heinz Holzapfel aus Süchteln mit dem Doppelraab D 5328 den ersten Flug. An der Seilwinde und am Start- und Landeplatz sah man Fluglehrer Studienrat Hans Druxes, den Vorsitzenden des Bezirks 3 des Luftsportverbandes Hubert Roeben und die Spitzen der einzelnen Vereine des Luftsportverbandes „Grenzland“.
Umfangreiche Sicherungsmaßnahmen waren getroffen, und es war dafür gesorgt, daß anliegende fremde Grundstücke nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. Uebrigens ist die Schar der Segelflieger im Kreis so groß, daß man auf jeden Fall die Flugmöglichkeit in Holland beibehalten will. So soll die Freundschaft mit den holländischen Fliegern weiterhin bestens gepflegt werden.
Nach dem ersten Flug, der durch den böigen Wind etwas behindert wurde, aber glatt verlief, konnte bereits festgestellt werden, daß an der Niers noch hohe Pappeln gefällt werden müssen und Strauchwerk beseitigt werden muß. Man glaubt aber, daß die Flugbedingungen im Niersbruch sehr günstig sind.
Bildunterschriften im Original:
Zum ersten Male erhebt sich „Doppelraab“ auf dem Fluggelände am „Niershorst“.
Flugleiter Holzapfel wird zum ersten Flug startklar gemacht. Links der alte Motor- und Segelflieger Roeben, Kempen.


Was daraus geworden ist
Das ist der Geburtstag unseres Flugbetriebs in Niershorst – und er liest sich genau so, wie Vereinsarbeit bis heute aussieht: Ein paar Leute stehen morgens um sieben auf dem Platz und räumen weg, was dem Fliegen im Weg ist. Die hohen Pappeln an der Niers, die der Artikel noch als Hindernis nennt, sind längst Geschichte. Der Doppelraab D 5328 auch – aber die Winde gibt es noch, und der erste Start des Tages beginnt bei uns immer noch mit Aufbauen.
Aus den Vereinen von damals ist der LSV Grenzland e. V. geworden, und auf dem Niershorst wird bis heute geflogen. Wer selbst einmal starten möchte, kann bei uns Fliegen lernen – meldet Euch einfach bei uns am Platz.
