„Die Oldies vom Niershorst“ – so nannte sich eine Fliegergruppe, die vor über 25 Jahren aufhörte zu fliegen und trotzdem nie auseinanderging. Zwischen 67 und fast 95 Jahre alt, jeden Donnerstag unterwegs, und drei von ihnen saßen damals noch selbst im Flugzeug.
Rheinische Post

KREIS VIERSEN (off) Vom Fliegen zum Wandern heißt es bei den ehemalige Piloten von Segelflugzeugen. Eine sehr aktive Fliegergruppe gab sich vor über 25 Jahren den Namen „Die Oldies vom Niershorst“. Früher hatten die „Herren der Lüfte“ Thermik unter den Füßen. Heute sind sie froh, festen Boden zu haben. Auf dem Dülkener Friedhof besuchen die Flieger die Ruhestätten der verstorbenen Fliegerkameraden. Sie erzählen über alles Mögliche vom Tage, über die schöne Zeit als Flieger und schwelgen in Erinnerungen: „Weißt du noch? Wie war das damals?“
Im Segelflugzeug erkundeten sie die schöne Heimat und den Niederrhein. Heute ist es der gemütliche Spaziergang, der sie zusammenhält. Die ehemaligen Flieger von 67 bis fast 95 Jahren sind noch immer jeden Donnerstag als Wandergruppe aktiv: Jakob Hoffmann, Karl-Heinz Höfer, Peter Jennen, Hans Krings, Franz-Heinrich Hoeveler, Walter Kirchner, Armin Glage, Emil Mattar, Wolfgang Nagel, Ernst Osterhage und Paul Schatz. Darunter sind noch drei aktive Piloten, die noch Einsätze fliegen. Sie nehmen alljährlich beim Oldiefliegen auf dem Flugplatz Niershorst in Grefrath teil. Aber auch die großen Touren waren ihr Ziel: England, Irland, München, Anklam, Insel Usedom, Dresden, Erzgebirge, Baunlage, Brocken und der Berg der Segelflieger, die Wasserkuppe, um nur einige zu nennen.
Jedes Jahr treffen sich die Flieger zum Ende des Jahres mit Frauen und Angehörigen der schon Verstorbenen zum gemütlichen Teil. Das 25-jährige Bestehen wird mit den Frauen in würdigem Rahmen gefeiert. Und so können sie die Geselligkeit, ja die Geborgenheit im Alter pflegen. Sie hoffen, dass auch nach 50 Jahren der Name „Oldies vom Niershorst“ noch präsent ist.
Bildunterschrift im Original: Die Piloten vom Niershorst Grefrath zwischen ihren Segelflugzeugen stellten sich vor 25 Jahren zu einem Gruppenfoto. (FOTO: G. DE NARDO)
Was daraus geworden ist
Von allen Ausschnitten in dieser Sammlung ist das der wärmste. Er handelt nicht von einem Flugtag oder einer Genehmigung, sondern davon, was ein Verein über die Fliegerei hinaus ist: Elf Namen, jeden Donnerstag unterwegs, Besuche auf dem Dülkener Friedhof bei den Kameraden, die nicht mehr da sind. „Weißt du noch? Wie war das damals?“ – dieser Satz beschreibt ziemlich genau, warum wir diese alten Zeitungsausschnitte überhaupt aufheben.
Rechnet man vom Erscheinen des Artikels zurück, hat sich die Gruppe Anfang der 1980er Jahre den Namen gegeben; das Gruppenfoto stammt aus derselben Zeit. Das Oldiefliegen auf unserem Platz gibt es bis heute.
Aus den Vereinen von damals ist der LSV Grenzland e. V. geworden, und auf dem Niershorst wird bis heute geflogen. Wer selbst einmal starten möchte, kann bei uns Fliegen lernen – meldet Euch einfach bei uns am Platz.
