Kurz bevor die Winde in die Winterpause geht, gab es bei uns am Platz noch einmal richtig was zu feiern: Josia (16) hat heute seine SPL-Prüfung bestanden – in unserer ASK 21, an der Winde, und damit hat er den Segelflugschein so früh geschafft, wie es überhaupt geht.
Und wie fing das an? Mit einer Schul-AG
Zu uns gekommen ist Josia genau wie Felix über unsere AG „Physik des Fliegens“ an der Liebfrauenschule Mülhausen. Am Ende der AG standen zwei Segelflüge bei uns am Platz, das war im Juli 2025. Am 1. September ist er dann richtig eingetreten.
Von da an ging es Schritt für Schritt: im Mai die A-Prüfung zusammen mit Felix, im F-Schlepp, weil die Winde ausgefallen war – das hatte es bei uns vorher noch nie gegeben. Im Sommer dann das Fluglager in Bartholomä mit C-Prüfung, Umschulung auf Ka 8 und Discus und einem Flug von viereinhalb Stunden allein im Discus – ich hatte dabei die Aufsicht am Boden.
Die SPL-Prüfung: drei Starts, drei Landungen, „bestanden“
Am Samstag hat sich Josia noch einmal „warmgeflogen“: zweimal allein, einmal mit Nils Kronig. Heute um kurz vor eins ging es dann mit dem Prüfer los: drei Starts an der Winde, drei Landungen. Eine knappe Stunde später stand fest, dass alles gepasst hat.
Das Wetter war dabei kein „Bilderbuch“: bedeckt von früh bis spät, kaum Sonne, mäßiger Nordwind mit Böen um 25 km/h. Immerhin blieb es trocken, bis am späten Abend der Regen kam.
Im Flugbuch stehen jetzt 108 Segelflüge und knapp 33 Stunden, inklusive Ausbildungszeit – gut 40 Flüge davon allein.
Jetzt fehlt nur noch der Schein selbst, den stellt die Bezirksregierung Düsseldorf aus. Und an der Winde ist Josia bald auch am anderen Ende des Seils zu finden: Die Ausbildung zum Windenfahrer läuft schon.

Herzlichen Glückwunsch, Josia – richtig stark, und das mit 16! 🎉
Mit 16 zum Segelflugschein – geht das überhaupt?
Ja, und zwar frühestens dann. Allein fliegen darfst Du im Segelflug schon mit 14, unter Aufsicht eines Fluglehrers. Die Lizenz selbst, die SPL nach Part-SFCL, gibt es erst ab 16. Josia ist also so jung, wie man für den „Schein“ überhaupt sein kann.
Vor dem Prüfungsflug steht die Theorie. Die Prüfung dafür legst Du bei der Bezirksregierung Düsseldorf ab, und erst wenn sie bestanden ist, darfst Du zum praktischen Teil antreten.
Im Prüfungsflug sitzt dann der Prüfer mit im Flugzeug, und Du zeigst als verantwortlicher Pilot, dass Du die Verfahren sicher beherrschst: Start, Platzrunde, Landung. Danach fliegst Du ohne Aufsicht vom Boden, und der Weg über Land steht offen.
Auch die Startart zählt mit: Der Schein gilt zunächst für die Startart, in der geprüft wurde. Eine weitere kommt dazu, wenn genug Starts mit und ohne Fluglehrer im Flugbuch stehen. Bei Josia stehen dafür auch genug F-Schlepps im Buch – die A-Prüfung im Mai war also kein Umweg.
Zehn Fluglehrer – wer hat Josia geschult?
Ein Segelflieger wird bei uns nicht von einem allein ausgebildet. Bei Josia haben sich zehn Fluglehrer abgewechselt, am häufigsten Nils Kronig, Holger Linnartz und Michael Müllers. Ich selbst saß bei acht seiner Flüge mit im Cockpit. Danke an alle – und an die Windenfahrer, die bei jedem Start am anderen Ende des Seils standen.
Wie früh kann man anfangen? Früher, als die meisten denken.
Josias Weg hat mit zwei Segelflügen am Ende einer Schul-AG begonnen – fünfzehn Monate später hat er die Prüfung in der Tasche. Man muss dafür weder aus einer Fliegerfamilie kommen noch ein Flugzeug besitzen.
Wer jung einsteigt, ist bei uns in guter Gesellschaft: In der Segelflugausbildung sind gerade mehrere Jugendliche unterwegs, und über den Winter wird in der Werkstatt geschraubt und für die Theorie gelernt.
👉 Ihr wollt wissen, ob das auch etwas für Euch oder Euer Kind ist? Schreibt uns über das Kontaktformular – dann schauen wir gemeinsam, wann der beste Einstieg ist.
