Fallschirmspringerinnen beim Flugtag in M. Gladbach / Übergabe des neuen Sportflugfeldes
M. Gladbach. Tausende strömten am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein hinaus zur Trabrennbahn in M. Gladbach, in deren Nähe das neue 75 mal 500 Meter große Flugfeld für die Sportflieger von Nordrhein-Westfalen seiner Bestimmung übergeben wurde. Gruppenstarts, Formations- und Kunstflüge wurden vollendet vorgeführt. Über den Fallschirmabsprung der 27 jährigen Gisela Schmidt und die 20 jährige Gisela Flieth, beide aus Viersen. Sie wurden an der „Fallschirmspringerschule M. Gladbach ausgebildet und wagten nunmehr ihren ersten Sprung, ihren „Jungfernsprung“, wie es in der Fliegersprache heißt. „Bei dem Wind sei Selbstspringen nicht möglich“, meinte ein Zuschauer. Die beiden mutigen Frauen aber, die neben drei anderen in NRW bisher die einzigen Fallschirmspringerinnen sind, landeten aus etwa 200 Meter Höhe wohlbehalten auf dem Flugfeld.
„Schade, daß es schon vorbei ist!“, strahlte die 20jährige Gisela glücklich, als sie nach dem Landen und einem kleinen „Rutscher“ über den Boden wieder auf den Beinen stand. In rund 50 Unterrichtsstunden lernten die beiden Springerinnen das Packen des Fallschirms, von dem Leben und Tod des Springers abhängt, betrieben eifrig Bodengymnastik und erwarben die nötigen theoretischen Kenntnisse. Im Mai wird erstmalig in der Bundesrepublik in M. Gladbach ein Fallschirmspringerlehrgang nur für Mädchen durchgeführt. Gisela Flieth ist Verkäuferin und Gisela Schmidt bereits Hausfrau. Alle Aufgaben der beiden lehrten die Schirinstrukteure Hans-Georg Meißer und Georg Becker. Auch der erste Fallschirmsprung von Meißer führte sie aus dem Flugzeug aus. Mit Hilfe bis auf etwa 400 Meter Höhe durchfuhr und zog dann erst die Reißleine des Fallschirms. Seine Schülerinnen dagegen sprangen mit automatischer Reißleine.
Schnell in die Tat umgesetzt
Dr. Finger, Oberbürgermeister von M. Gladbach, taufte mit den nötigen Scherzen das bisher einzige eingemottete Höchstleistungssegelflugzeug vom Typ „Lopewolf“ auf den Namen „Nordrhein-Westfalen“. Mit dem Flugzeug, Eigentum des nordrhein-westfälischen Luftsportverbandes, errang Rheins 1955 für Deutschland den Weltmeisterschaftspreis und wird sie auch an dem Weltmeisterschaftswettbewerb 1956 in Frankreich teilnehmen. Mit dem Ruf der Segelflieger „Glück ab, Glück auf“ ließ er den Taufakt seinen „Abschuß“. Dr. Finger wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß für die Anlage des Flugfeldes dem Land Nordrhein-Westfalen für seine großzügige Unterstützung mittelstehenden Sportfliegern und nicht zuletzt den Engländern Dank gebühre. Während des großen NATO-Luftmanövers „Carte Blanche“ im vergangenen Jahr erhielten die englischen Luftwaffenabteilungen den Auftrag, auf dem Gelände des jetzigen Flugfeldes, das damals noch eine „Wüste“ bildete, Startbahnen und einen Feldflugplatz anzulegen. In wenigen Tagen war der Platz planieret.
Dr. Finger: „Der Motorsportfliegerverein M. Gladbach am Zentrum der Sportfliegerei in Nordrhein-Westfalen.“
Goldene Ehrennadel
„Der Luftfahrtgedanke dient dem Frieden und der friedlichen Verbindung mit der ganzen Welt“, erklärte Staatssekretär Prof. Brandt vom nordrhein-westfälischen Verkehrsministerium bei der Übergabe der Genehmigungsurkunde für den Flugplatz. Als erster wurde der Landessekretär für seine Verdienste um die Fliegerei am Sonntag durch Prof. Brandt mit der neu gestifteten Goldenen Ehrennadel des nordrhein-westfälischen Luftsportverbandes ausgezeichnet. In Mönchengladbach verfügten gegenwärtig 11 Flugvereine über eigene Flugzeuge und 75 Motorflugzeuge. Prof. Brandt mit 67 Flugplätze. Auf der Tagesordnung einige für Motorflugzeuge stehen, auf der begeistert zusammengerufenen Jahresversammlung des NRW-Luftsportverbandes wurde Bruno Baumann (Duisburg) zum Präsidenten gewählt.

Grefrather Segelflieger – Damals wie heute: Leidenschaft für den Flugsport in Grefrath
Auch mehr als sechs Jahrzehnte später lebt die Begeisterung für den Luftsport bei uns am Niederrhein weiter – heute im LSV Grenzland e.V.. Aus dem kleinen Verein mit Modellfliegern und Segelflugpionieren hat sich ein moderner Luftsportverein entwickelt, in dem heute über 100 aktive Mitglieder Segelflug, Motorflug, Motorsegler und Ultraleichtflugzeuge fliegen.
Wir bilden neue Pilotinnen und Piloten aus – ganz gleich, ob mit 14 Jahren im Segelflug begonnen oder mit über 50 noch einmal der Traum vom Fliegen verwirklicht wird.
Du möchtest auch mal abheben? Dann entdecke bei uns Einführungsflüge, Schnupperkurse oder eine fundierte Flugausbildung.
👉 Mehr über unsere heutige Fliegerei in Grefrath erfährst Du hier: LSV Grenzland e.V.
